Zur Agentur-Website
26.01.2011

Keywords richtig bewerten und analysieren

Bei der Keyword Recherche geht zumeist der erste Schritt in Richtung Google Keyword-Tool, um herausfinden zu können welche Begriffe häufig in Suchmaschinen gesucht werden. Die am meist gesuchten Begriffe eines Themas sind jedoch stark umkämpft, und es erfordert viel Zeit und Geld um bei diesen Keywords in die Top-10 zu kommen.

Der folgende Artikel zeigt daher einen Weg, wie die optimalen Keywords gefunden werden. Keywords die ein hohes Suchvolumen (größer 1000) aufweisen und bei denen trotzdem eine reelle Chance auf die vorderen Positionen in den Suchergebnissen besteht. Zur Bewertung kommt dabei der verbreitete KEI (Keyword Efficiency Index) zum Einsatz, jedoch in einer, meiner Meinung nach, genaueren Variante.

Verständlicherweise möchte man auf die Begriffe optimieren, die am häufigsten gesucht werden. Das sind meistens allgemeine Begriffe wie z.B. „Möbel“, das in Deutschland pro Monat 90.500 Suchanfragen erhält (laut Google Keyword-Tool, Keyword-Option „Exakt“). Da „Möbel“ häufig gesucht wird, optimieren natürlich viele Websites & Online-Shops auf dieses Keyword.

Doch es gibt noch viele andere interessante Keyword-Kombinationen die ein hohes Suchvolumen aufweisen, aber weniger Konkurrenz aufweisen. Um beim Thema „Möbel“ zu bleiben, nehme ich „Möbel Onlineshop“, das immerhin 5.400 mal pro Monat mal gesucht wird. Der erste und einfachste Schritt ist nun bei Google zu schauen, wie viele Ergebnisse bei einer Suche nach „Möbel Onlineshop“ gefunden werden. Das Resultat trage ich mir in eine Excel-Liste ein, die folgende Spalten beinhaltet: Keyword, Ergebnisse, Suchvolumen, AllInAnchor, AllInTitle, KEI, KEIA, KEIT - siehe folgende Grafik.

Wenn ich nun das Suchvolumen und die Suchergebnisse eines Begriffs ermittelt habe, kann ich mir bereits die erste Kennzahl, den oben erwähnten KEI, berechnen:

KEI = (Suchvolumen * Suchvolumen) / Ergebnisse

Bei „Möbel Onlineshop“ ergibt sich ein KEI von ca. 33. Die Höhe des KEI kann je nach Branche unterschiedlich hoch sein, daher kann man pauschal nicht sagen, ab welchem Wert es sich lohnt für ein Keyword zu optimieren. Das Problem beim KEI ist jedoch, dass allgemeine Begriffe häufig auf Webseiten vorkommen - daher gibt es einfach eine Vielzahl an Ergebnissen dazu. Nur muss man sich die Frage stellen: Wird für diese Begriffe auch viel Suchmaschinenoptimierung betrieben? Das lässt sich herausfinden, indem man sich die Häufigkeit der Begriffe im Seitentitel sowie im Linktext ansieht. Ansonsten würde man Keywords aufgrund Ihres schlechten KEI ausschließen, obwohl diese vielleicht im Sinne der Suchmaschinenoptimierung wenig umkämpft sind.

Daher führe ich bei Google folgende Abfragen durch:

allinanchor:“möbel onlineshop“
(die Anzahl der Suchergebnisse wird in die Spalte AllInAnchor im Excel eingetragen)

allintitle: möbel onlineshop
(die Anzahl der Suchergebnisse wird in die Spalte AllInTitle im Excel eingetragen)

KEIA steht für „Keyword Efficiency Index Anchor“ und KEIT steht dann eben für „Keyword Efficiency Index Title“ (beide Abkürzungen sind von mir frei erfunden). Zu beachten sind die Anführungszeichen bei allinanchor. Damit wird bei Wort-Kombinationen sichergestellt, dass Linktexte gefunden werden die genau meiner Abfrage entsprechen. Bei allintitle soll es weniger streng sein, man kann natürlich auch hier Anführungszeichen verwenden.

Wenn ich das ganze für alle relevanten Keywords durchgeführt habe, frage ich mich jedoch: Was fange ich mit den ganzen Daten an? Wie analysiere ich diese? Ich filtere mittels Excel alle Keywords heraus die z.B. mindestens einen KEIA und KEIT von 100 und mehr haben (das kann jedoch je nach Branche unterschiedlich sein). Das geht relativ einfach mit Daten -> Filtern -> Auto-Filter.

Um die Sache etwas übersichtlicher zu gestalten, ändere ich die Schriftfarbe aller KEIA und KEIT die größer oder gleich 5000 sind Rot, die anderen zwischen 1000 und 5000 färbe ich grün ein und die mit 500 – 1000 werden gelb. Die Werte muss aber jeder für sich selbst und sein Themengebiet herausfinden, da diese je nach Branche unterschiedlich ausfallen. Mit Excel funktioniert die Anpassung der Schriftfarbe nach Werten über Format -> Bedingte Formatierung.

Zum Abschluss sollte man Keywords haben, die optimalerweise beide einen KEIA und KEIT in Rot haben, oder in der Kombination Rot / Grün (oder Rot / Gelb usw.). Diese Keywords sind nun die, die optimierungswürdig sind und bei denen es vermutlich leichter ist, in die Top-10 zu kommen.

An dieser Stelle sei jedoch erwähnt, dass nicht einfach nur auf die Farben geschaut werden darf, sondern jedes Keyword hinterfragt werden soll, ob darin potentielle Chancen auf die Top-Rankings bestehen. Und vor allem: Das Suchvolumen spielt sowieso immer eine Rolle! Diese Berechnungen sollen eben eine Hilfestellung zu einfacheren Bewertung von Keywords geben. Die hier vorgestellten Abläufe können selbstverständlich mit etwas Programmieraufwand automatisiert werden. Zum besseren Verständnis habe ich für diesen Artikel alle Abfragen manuell durchgeführt.

Die fertige Excel-Datei mit Beispiel-Keywords steht übrigens hier als Download bereit.

Ich freue mich auf Eure Kommentare, Verbesserungsvorschläge zu den Berechnungen und sonstigen Einwänden die es zu KEIA und KEIT gibt.


  • 3 Kommentare
 
(am 
24.03.2011
 um 
15:46
)

Danke für den interessanten KEI-Ansatz und die Bereitstellung der Datei. Werde ich gleich ausprobieren und für meine Bransche die Keywords bewerten. Dann kann ich meine Erfahrungen berichten.

 

Grüße

Alex S.

 
(am 
03.01.2013
 um 
15:13
)

Gute Möglichkeit zur Keywords-Bewertung. Wenn es das ganze als SEO-Tool gäbe, wäre das für viele Seos sicher sehr interessant!

 
(am 
05.03.2013
 um 
09:19
)

@Te-x-t-e-r: Es gibt das Ganze (mit ein wenig Hirnschmalz und eigener Arbeit) als SEO-Tool:

 

nielsbosma.se/projects/seotools/

 

Mit dem Tool brauchst du nur noch die recherchierten Keywords in Excel einfügen und das Tool von Niels Bosma scaped Dir die Daten aus den Google-SERPs. Du musst einfach nur die für dich relevanten Suchabfragen formulieren und durch das Tool abfragen lassen. Damit kann man sich mit relativ wenig Aufwand ein teilweise noch detaillierteres Bild machen.

 

Ich gebe aber auch dem Autor des Artikels recht, dass man nicht anhand pauschaler Werte pro Keyword/Branche bewerten kann. Letztlich dienen die Werte für eine grobe Vorsortierung. Für die Keywords auf die man dann wirklich geht, muss man nochmal (händisch) ran.

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück


RSS, Twitter & Facebook